Wie die Profis arbeiten …
Schnell und unbürokratisch, direkt aus Oregon, traf unser Seymour-II-Wundversorgungsmodell – mit stylischer Aufbewahrungstasche – wider Erwarten noch vor den Sommerferien ein. Spontan wurde es gleich am Praxisfreitag, dem 04.07.25, mit der Klasse 3BFP2 getestet. Während eine Gruppe Lernender mit Herrn Schneider an dem Simulationsmodell Nursing Anne die Katheterisierung bei der Frau durchführte, vertiefte die zweite Gruppe parallel dazu mit Frau Habich-Weisser die theoretischen Grundlagen des Wundmanagements praktisch.
Das Seymour-II™-Wundversorgungsmodell wird als „umfassendstes Druckverletzungsmodell seiner Art“ beschrieben. Es ermöglicht an unterschiedlichen Wunden Verbandstechniken zu üben. Seymore II wurde einem 74-jährigen Patienten nachempfunden, sieht lebensecht aus und fühlt sich auch so an – für einen realitätsnahen Verbandswechsel unerlässlich. Außerdem gibt der amerikanische Hersteller VATA an, Pflasterreste blieben nicht am Modell haften … Na, mal sehen, ob der Preis gerechtfertigt ist. Für die Wundversorgung zeigt Seymor II unter anderem einen Dekubitus, tiefes Stadium IV – eine sekundär heilende Wunde mit freiliegendem Knochen, Osteomyelitis, Unterminierung, Tunnelbildung, teilweise nekrotischem Wundrand – das ganze Programm. Mit diesen Wunden hat man direkt vor Augen, wie wichtig es ist, Handlungsschritte zu erlernen und zu verinnerlichen, bevor man sich an den „echten“ zu pflegenden Menschen heranwagt.
Im Gegensatz zur primären Wundheilung, bei der die Wundränder durch Naht oder Klebung direkt verschlossen werden, heilen sekundäre Wunden, bedingt durch einen großen Haut- und tiefen Gewebsverlust, über Wochen oder sogar Monate zu. Regelmäßige Verbandswechsel unter sterilen Bedingungen sollen eine Infektion vermeiden. Die Wundreinigung und ein physiologisches Wundmilieu fördern die Granulation und damit den Heilungsprozess. Professionelles Arbeiten verlangt einen Haar- und Mundschutz sowie einen Schutzkittel, auch bei hohen Temperaturen. An diesem zeitaufwändigen Verband übten die Lernenden einzeln u.a. das Vorbereiten eines Wundverbandswechsels, das Anziehen steriler Handschuhe, den Umgang mit sterilen Instrumenten, Wundbeobachtung und -beurteilung sowie das fachgerechte Sondieren, Reinigen, Spülen und Abdecken der Wunde. Und tatsächlich keine Klebstoffrückstände beim Ablösen von Pflaster. Wir sind uns einig: Seymore II ist eine Bereicherung für unser neues Skills Lab. Expertenduo HAW/SCHN-TEST gibt eine 10 von 10.
Text u. Bilder HAW














