Vergessen heißt Verdammung

Am 21 Juli 2025 besuchten wir mit der Klasse der Stufe 1 (SGG12) das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. Dort fanden einst die großen Propagandaveranstaltungen der Nationalsozialisten statt. Man nutzte diese Orte nicht nur zur politischen Inszenierung, sondern auch zur ideologischen Vorbereitung der Bevölkerung – durch militärisch angehauchte Aktivitäten wie beispielsweise Sportübungen mit Gasmasken: klingt erstmals witzig, ist es aber nicht.

Wir sahen die Zeppelinhaupttribüne, die nie vollendete Kongresshalle und das ehemalige Aufmarschgelände der Wehrmacht. Es war eindrucksvoll, diese Orte mit eigenem Präsenz zu erleben, die man sonst nur aus Schulbüchern kennt.

Am nächsten Tag besuchten wir das Konzentrationslager Dachau. Gleich am Eingang wurden wir mit der zynischen Inschrift „Arbeit macht frei“ konfrontiert. Unser Rundgang folgte den Wegen der Häftlinge – von der Registrierung bis hin zu den Baracken und Krematorien. Die Zustände, die uns dort geschildert wurden, waren berührend. Viele Menschen wurden entmenschlicht, entrechtet und unter schrecklichen Bedingungen festgehalten. Auch Themen, die in der Geschichtsschreibung oft nur am Rande erwähnt werden – wie das Schicksal von Frauen im Lager – wurden angesprochen.

Besonders bewegend war das Gehen über den steinigen Boden des Lagers: Das Geräusch unserer Schritte ließ uns die Geschichte körperlich spüren: als würde man in eine Zeit zurückgebracht, in der das Unvorstellbare Realität war.

Die Führung hat die Geschehnisse mit großer Empathie und Klarheit erklärt. Sie hat es geschafft, in uns eine tiefere Reflexion und ein Gefühl der Verantwortung zu wecken. Eine Sache wurde klar: Wer vergisst, riskiert zu wiederholen. Diese Erfahrung werden wir nie vergessen.

Gabriella De Pascale Díaz (SGG12.1)