Exkursion zu den Körperwelten

Faszinierende Einblicke, die unter die Haut gingen

Manche Lernerfahrungen prägen sich besonders ein – weil sie berühren oder neue gedankliche Perspektiven eröffnen. Eine solche Erfahrung machte die Klasse 3BFP1.2 während der Nachhaltigkeitswoche beim Besuch des Körperwelten-Museums Heidelberg, gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin Sabine Habich-Weisser und Fachlehrer Martin Schneider. Unter dem Leitgedanken „Lernen am realen Körper – vom Sehen zum pflegerischen Handeln“ verknüpfte der Museumsbesuch anatomisches Fachwissen mit Gesundheitsförderung, Prävention und der Reflexion eigener Lebensstilentscheidungen.

Nach einer Sensibilisierungsphase für den respektvollen Umgang mit den menschlichen Präparaten begannen die Lernenden mit einer „vergleichenden Organanalyse“. Mithilfe eines Beobachtungsauftrags verglichen sie gesunde und erkrankte Organe und setzten sich mit den sichtbaren Auswirkungen von Erkrankungen verschiedener Lebensstilfaktoren auseinander. Besonders eindrucksvoll waren die Gegenüberstellungen einer gesunden Lunge mit einer Raucherlunge, einer gesunden Leber mit einer durch Leberzirrhose geschädigten Leber, der Veränderungen eines Gehirns bei Morbus Alzheimer sowie krankhafter Veränderungen am Herzen und Arterien.

Jedoch nicht allein die Entstehung von Krankheiten standen im Mittelpunkt. Im Sinne des salutogenetischen Ansatzes fokussierte vielmehr die Frage: Was erhält Menschen gesund? Blicke in den menschlichen Körper, viele neue Erkenntnisse und die Message: Gesundheit ist keine Selbstverständlichkeit und schon gar keine Glückssache. Die gute Nachricht: Jeder Mensch kann aktiv dazu beitragen, sie zu erhalten oder zu fördern. Genau hier liegt eine wesentliche Aufgabe der zukünftigen Pflegefachkräfte. Mit fundiertem Fachwissen klären sie auf, beraten verständlich, erkennen und stärken individuelle Ressourcen und motivieren Menschen, gesundheitsfördernde Entscheidungen zu treffen. Durch präventives Handeln können gesundheitliche Risiken frühzeitig erkannt, Erkrankungen rechtzeitig behandelt und deren Fortschreiten verhindert werden – für insgesamt mehr Lebensqualität, insbesondere bei chronischen Erkrankungen.

Neben den anatomischen Erkenntnissen standen auch ethische Fragen im Raum, die im Pflegeberuf eine zentrale Rolle spielen. Besonders Themen, wie Selbstbestimmung und den würdevollen Umgang mit Verstorbenen sowie deren ästhetische Darstellung begleiteten die Lernenden während des Besuchs.

Viele neue Eindrücke machen hungrig. Deshalb führte der Weg anschließend zu Fuß in die Heidelberger Innenstadt. Beim gemeinsamen Mittagessen inmitten des sonnigen Gartens des Extrablatts ließen wir den Tag entspannt ausklingen. In persönlichen Gesprächen wurden die Erlebnisse der Exkursion noch einmal lebendig, begleitet von Anekdoten, neuen Perspektiven und einem angeregten Austausch über unterschiedliche Essgewohnheiten, internationale Spezialitäten und die spannende Frage: „Welche Gerichte sind, eigentlich halal?“

Nachhaltigkeit zeigte sich an diesem Tag facettenreich – von Gesundheitsförderung und Prävention über eine bewusste Ernährung bis hin zu gelebter Klassengemeinschaft sowie interkulturellem Austausch. Mit anschaulichem Lernen, kritischer Auseinandersetzung und anschließendem Transfer in die Pflegepraxis wurden die Lernenden darin gestärkt, Verantwortung für die Gesundheit anderer und die eigene berufliche Rolle zu übernehmen.

Kreativ verarbeiteten die Lernenden ihre Eindrücke und Erkenntnisse anschaulichen mit Plakaten. Diese präsentierten sie am Nachhaltigkeitstag auf dem „Markt der Möglichkeiten“. Eine interaktive Reflexionsstation lud Besuchende dazu ein, zu visualisieren, mit welchen persönlichen Veränderungen sie ihre Gesundheit nachhaltig fördern möchten. So wurde deutlich: Jede kleine, bewusste Entscheidung im Alltag zählt, für ein nachhaltig gesundes Leben.

HAW/SCHN

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